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Kindertagesbetreuung
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Kindertagesbetreuung

Kindertagesbetreuung ergänzt das natürliche Recht der Eltern und ihre Pflicht auf Erziehung und Bildung ihrer Kinder und stellt somit ein freiwilliges, familienergänzendes Angebot dar. Es besteht ein eigenständiger und entwicklungsspezifischer Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag, der durch das Sächsische Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen (SächsKitaG) gesetzlich verankert ist. Der sächsische Bildungsplan bildet die Grundlage der pädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege. Vor allem das letzte Kindergartenjahr soll der Schulvorbereitung dienen und in Kooperation mit der Grundschule geplant werden.


Anspruch

Eltern wird per Gesetz ein Wunsch- und Wahlrecht zugesichert, so können sie im Rahmen der verfügbaren Plätze entscheiden, in welcher Einrichtung oder bei welcher Kindertagespflegeperson ihr Kind betreut werden soll. Für Kinder ab dem Kindergartenalter besteht ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, Krippen- und Hortplätze müssen in einem bedarfsgerechten Umfang zur Verfügung gestellt werden. Die Kindertagespflege kann anstelle von Kita-Plätzen bereitgestellt werden.

Flüchtlingskinder können eine Kindertagesbetreuung in Anspruch nehmen, wenn sie rechtmäßig oder auf Grund einer ausländerrechtlichen Duldung ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. In der Regel sind diese Voraussetzungen erfüllt, wenn im Rahmen des Asylverfahrens eine Aufenthaltsgestattung nach § 55 Asylverfahrensgesetz (AsylVfG) erteilt wurde, die Familie die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen hat und in der zugewiesenen Kommune untergebracht ist. Ab diesem Zeitpunkt gelten uneingeschränkt die gleichen Rechte auf Bildung, Erziehung und Betreuung der betroffenen Kinder wie für inländische Kinder, also der Rechtsanspruch auf Betreuung ab Vollendung des 1. Lebensjahres bis zum Schuleintritt sowie die bedarfsgerechte Versorgung mit einem Hortplatz. 

Die Verantwortung für die Sicherstellung eines bedarfsgerechten Angebots tragen die Kommunen.

Die Planung erfolgt durch die Landkreise unter Beteiligung der kreisangehörigen Gemeinden. Die Schaffung der erforderlichen Angebote ist dann Aufgabe der Gemeinden. Kreisfreie Städte sind gleichzeitig für Planung und Umsetzung verantwortlich.


Elternbeteiligung

Um Bildungsprozesse von Kindern individuell und optimal gestalten zu können, ist es notwendig, dass sich Eltern und Erzieherinnen gemeinsam dieser Aufgabe stellen und eine Erziehungspartnerschaft eingehen. Eltern sollen sich im Kita-Alltag einbringen und diesen nach ihren Möglichkeiten bereichern und mitgestalten - als Experten für die eigenen Kinder. Sie haben die Möglichkeit im Elternrat aktiv an konzeptionellen, pädagogischen und finanziellen Entscheidungen teilzuhaben und durch regelmäßige Gespräche mit den Erzieherinnen über die Entwicklung ihres Kindes in Austausch zu treten.


Qualifizierung - Personal

Durch die Sächsische Qualifikations- und Fortbildungsverordnung pädagogischer Fachkräfte ist sichergestellt, dass Erzieherinnen gemäß den Anforderungen, die an sie gerichtet werden ausgebildet sind und über eine ihrem Tätigkeitsbereich entsprechende Grundqualifikation verfügen. Des weiteren sind die Träger von Einrichtungen dazu verpflichtet, den Erzieherinnen einen regelmäßigen Zugang zu Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu gewähren, dafür sollen mindestens fünf Tage im Jahr genutzt werden. Erzieherinnen befinden sich so in einem ständigen Weiterentwicklungsprozess, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden.


Trägerlandschaft und Konzeptionsvielfalt

In Sachsen herrscht im Bereich der Kindertagesbetreuung eine große Trägervielfalt, so gibt es kommunale und freie Träger. Vorrang hat die freie Trägerschaft. Die Festlegung von konzeptionellen Ausrichtungen und pädagogischen Profilen in den Aufgabenbereich der Träger. Ebenso kann jede Einrichtung über die Altersmischung und die Gruppenzusammensetzung der Kinder selbst entscheiden. Die Öffnungszeit setzt der Träger in Abstimmung mit dem Elternbeirat, der Gemeinde und dem Landkreis fest. Die Landkreise und Kreisfreien Städte haben als Planungsverantwortliche dafür zu sorgen, dass das Gesamtangebot in ihrem Bereich hinsichtlich der pädagogischen Konzepte vielfältig und bedarfsgerecht ist. Auch die Betreuungs- und Öffnungszeiten müssen dem Bedarf der Familien entsprechen.

Die Elternbeiträge sind dagegen in jeder Einrichtung der Gemeinde auf kommunaler Ebene in jeder Einrichtung gleich, unabhängig von der Trägerschaft.


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